Veranstaltung war am: 09.10.2026 15:30 - 11.10.2026 15:30


Fokus Afrika

Fokus Afrika 2026

 

In Kooperation mit der missio-Regionalstelle NRW, vertreten durch Anke Reermann, fand ein neues Seminar der Reihe Fokus Afrika mit 16 Teilnehmenden statt.

In der ersten Gruppenarbeit sollten 19 afrikanische und europäische Länder nach Größe sortiert werden. Dazu folgten Informationen zu diesen Ländern und eine gemeinsame Auswertung.

Dr. Boniface Mabanza Bambu, Koordinator bei der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika, zeigte in seinem Vortrag „Konzepte und Visionen zur Transformation Afrikas“ anhand von Zahlen und Bildern, welches großes Rohstoff- und Humanpotential Afrika besitzt und betonte die Wichtigkeit, die Einheit und den Binnenmarkt zu stärken, um das geopolitische Gewicht in einer multipolaren Welt zu vergrößern. In der Diskussion ging es u.a. um die Herausforderungen durch die aktuelle Politik der USA und um ANSA: einen neuen Gesellschaftsvertrag. Dr. Mabanza zeigte auf, dass es Mut braucht, bestimmte Brücken zu sprengen und neue, andere zu bauen.

Am Samstagvormittag erläuterte Christina Arkenberg, Aufsichtsratsvorsitzende von Fairtrade Deutschland und Vorständin von UN Women Deutschland, was es mit der Geschlechtergerechtigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit mit Ländern Afrikas auf sich hat.
In der PPP erläuterte sie, was feministische Entwicklungspolitik ist und was man unter Geschlechtergerechtigkeit versteht. Dabei zeigte sie den Unterschied zwischen produktiver und reproduktiver Arbeit auf und wie bestehende Machtverhältnisse sich auf die ökonomische Bewertung und auf die Bewertung von Wissen auswirken. Besonders interessant waren die
Positivbeispiele von drei engagierten Frauen: Angelique Karekezi (Ruanda), Mercio Andrews (Südafrika) und Bashiratu Kamal (Ghana).

Beim Nachmittagsvortrag stellte Dagmar Feldmann die bedeutendsten Bodenschätze in afrikanischen Ländern, insbesondere die „grünen Mineralien) (Kobalt, Coltan, Kupfer, Lithium, Nickel) sowie die Folgen ihrer Gewinnung dar. Der Film „Warum herrscht Armut im Kongo?“ bewegte die Teilnehmenden sehr, vor allen Dingen, weil mit Ingrid Janisch die Situation in Goma und in Ruanda aus eigener Lebenserfahrung sehr plastisch geschildert wurde. In der anschließenden Gruppenarbeit und Diskussion ging es um die Ursachen von Umweltschäden, sozialen Problemen und bewaffneten Konflikten im Gefolge von Rohstoffgewinnung. Die Notwendigkeit der stärkeren Verarbeitung in den afrikanischen Förderländern und der gerechten Verteilung von Gewinnen wurde betont.

Der Abend stand unter dem Titel „Mein Lieblingsbuch: Literatur aus und über Afrika“.
Vorgestellt wurden die Bücher „Zeit der Geister“ von Faten Abbas, „Aufbrechen“ von Tsitsi Dangarembga, „Die seltenste Frucht“ von Gaelle Bélem, „Das grüne Auge“ von Nathacha Appanah und „Warten auf Tusker“ von Meja Mwangi.

Am Sonntag ging es um das Thema Capacitar – ein Lernansatz zur Resilienzstärkung und Selbstfürsorge – Erfahrungen aus Ruanda und Goma/DR Kongo. Ingrid Janisch, Mitglied des Säkularinstituts St. Bonifatius in Detmold/Heidenoldendorf lebte und arbeitete 40 Jahre in diversen, sozialpastoralen Projekten in Ruanda und Goma/Ostkongo. Sie gab eine Einführung in die Philosophie von Capacitar, in die einzelnen Übungen und vor allem in die Erfahrungen in Ländern, wo viele Menschen von Gewalt, Trauma und Armut betroffen sind. Im Anschluss wurden die Teilnehmenden eingeladen, ein Labyrinth zu begehen und ihren Geist friedlich zu stimmen und so einen Beitrag zum Frieden in der Welt zu gestalten.