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STUDIENSEMINAR IN JORDANIEN – Auf der anderen Seite des Jordan

29 Teilnehmer der diesjährigen Studienreise nach Jordanien sind gesund und reich beschenkt von vielen Eindrücken, aber auch erschöpft zur Hegge zurückgekehrt.

Nach dem Vorbereitungsseminar auf der Hegge am Freitag 20.10. und Samstag 21.10.2017 ging es in den sehr frühen Morgenstunden des 22.10. mit dem Bus zum Flughafen nach Frankfurt, wo die Teilnehmer den Flug nach Amman mit Zwischenlandung in Wien antraten. Nachdem die Zimmer im Hotel bezogen waren, bestand die Möglichkeit, sich kurz in der näheren Umgebung zu orientieren. Nach dem gemeinsamen Abendessen fand bei einem Treffen mit dem Vertreter der Hanns-Seidel-Stiftung in Amman, Thomas Gebhard, ein erster Gedankenaustausch vor Ort zur politischen und sozialen Lage Jordaniens statt.

Hotel Liwan, Amman

Thomas Gebhard, Hanns-Seidel-Stiftung, Amman

(Zum Vergrößern der Bilder Rechtsklick und auf „Grafik anzeigen“ gehen)

Montag, 23.10.2017

Mit dem Bus ging es nach dem Frühstück zum Berg Nebo. Wie Moses im Alten Testament konnten die Teilnehmer auf die Jordanaue und die judäische Wüste ins „Gelobte Land“ schauen. Die auf den Grundmauern der alten Basilika errichtete, heute von Franziskanern betreute Kirche, beeindruckt einerseits durch ihre moderne Architektur und andererseits durch wunderschöne und gut erhaltene Mosaike aus dem 6.Jh. n. Chr.

Blick in das „Gelobte Land“

Kirche auf dem Berg Nebo

Kirche auf dem Berg Nebo

Antike Mosaike

 

Hoch interessant war der Besuch der Deutsch-Jordanische Universität, die nach dem Modell der deutschen Fachhochschulen (University of applied sciences) konzipert wurde. Die Vize-Presidentin der Universität, die aus Gießen stammende Frau Prof. Dr. Dorit Schumann, führte durch den weitläufigen Campus und erläuterte in einem Impulsreferat die Arbeit der Lehrenden und der Studenten.

Vor dem großen Wasserrad auf dem Campus; vorn li. Prof. Schumann

Uni-Campus

 

Weiter ging die Fahrt nach Madaba, in dessen griechisch-orthodoxer Kirche sich die große Mosaikkarte des Heiligen Landes aus byzantinischer Zeit befindet.

Madaba: St. Georgs-Kirche

Landkarte des Heiligen Landes

 

Nach einer kurzen Mittagspause wurde als nächstes Ziel Mukhawir erreicht, das biblische Machärus, wo sich ein Palast des Königs Herodes befand. Hier wurde der Überlieferung nach Johannes der Täufer enthauptet.

Auf der Straße der Könige geht die Fahrt nach einem kurzem (Foto-) Zwischenstopp nach Petra, der alten Felsenstadt der Nabatäer, die 2 Tage lang erwandert und besichtigt werden soll.

 

Dienstag, 24.10.2017 : PETRA

Nach dem (frühen) Frühstück brechen alle auf, um in Petra durch die Eingangsschlucht (Siq) das Schatzhaus (Khazne Firaun) zu erreichen, und auf dem Weg zahlreiche anikonischen Götterdarstellungen sowie weitere Grabmonumente zu besichtigen. Das komplexe Wasserleitungs- und Sammelsystem der Nabatäer wird vom Guide eingehend erläutert und fasziniert alle Teilnehmer.

Im Siq

Wasserleitung

Betyl (anikonische Götterdarstellung)

Khazne Firaun (Schatzhaus)

 

Theater

Aufstieg zum Kloster

 

Ed Der (Kloster)

 

 

Abends treffen sich die Reiseteilnehmer nach dem Abendessen im Hotel mit Vertretern der Petra-Tourismus and Development Zone zu einem Gedankenaustausch über den Tourismus in Petra.

 

   

Mittwoch, 25.10.2017

Für einen Teil der Gruppe begann am frühen Morgen eine Wanderung durch die herrliche Felsenlandschaft zum Hohen Opferplatz und anschließendem Abstieg über die Farasa-Schlucht ins Tal, wo gemeinsam, nach einer kurzen Pause, die byzantinische Basilika, der Tempel der geflügelten Löwen und  der große Tempel besichtigt wurden.

Hoher Opferplatz

Abstieg vom hohen Opferplatz

 

Reste der byzantinischen Basilika

Mosaike aus dem 6. Jh.

 

Blick auf die Königswand

Tempel der Geflügelten Löwen

Blick auf den Großen Tempel

Aufgang zum Großen Tempel

 

Donnerstag, 26.10.2017

Nach dem Frühstück geht es weiter mit dem Bus ins Wadi Rum, wo die Gruppe von jungen Beduinen mit ihren Jeeps erwartet wird. Nach rasanter Fahrt durch einige Seitentäler an bizarren Felsformationen vorbei, stoppen die Jeeps u.a. an einem Beduinenzelt, in dem heisser Tee angeboten wird.

Mit dem Jeep durch die Wüste

Heisser Tee bei den Beduinen

 

Anschließend geht es weiter nach Aqaba. Außerhalb des Stadtzentrums, in einem hochmodernen Gebäudekomplex, ist ein Treffen mit einem Vertreter der Tourismus-Wirtschaftbranche  geplant. Dass Aqaba eine Sonderwirtschaftszone ähnlich wie Singapur ist, war den wenigsten Teilnehmern bekannt. Nach dem Gespräch mit lebhafter Diskussion besteht noch für 1 Stunde die Möglichkeit, die Uferpromenade am Roten Meer zu genießen.

Aqaba

Am Roten Meer

Am Roten Meer (Im Hintergrund Eilat, Israel)

Den Rest des Spätnachmittags verbringt die Gruppe im Bus, um zum nächsten Übernachtungsort am Toten Meer zu gelangen.

Freitag, 27.10.2017

Durch die Zeitumstellung in Jordanien war nach dem Früstück die Möglichkeit gegeben, in das klare Wasser des Toten Meeres zu steigen und die Schwerelosigkeit des Körpers im Wasser zu erfahren.

Die Weiterfahrt brachte die Gruppe zur Taufstelle Jesu im Wadi Kharrar am Ostufer des Jordan.

An dieser Stelle war der Jordan als Staatsgrenze zwischen Israel und Jordanien beeindruckend erlebbar.

Baptisterium

Diesseits und jenseits des Jordan

Nach einer kurzen Wanderung und Besichtigung der orthodoxen Kirche ging die Fahrt weiter in den Norden des Landes bis nach Pella, das auf eine 7000jährige Siedlungsgeschichte zurückblicken kann.

Vom Resthouse aus hatte man einen guten Überblick über das Grabungsgelände.

Pella: Ausgrabungen

Pella: Ausgrabungen

Pella: Resthouse

Pella: jordanische Gastfreundschaft

Durch die Zeitumstellung war es früher dunkel geworden als gewohnt, sodass der Bus in der von Straßenlaternen und Neonreklame erleuchteten Stadt Amman ankam.

Samstag, 28.10.2017

Nach dem Frühstück wurde auf der Fahrt nach Umm-Qeis (Gadara) einer kurzer Halt am Jabbokfluß gemacht. In Gadara suchte die Gruppe Schutz vor einem nach langer Trockenperiode ersten heftigen Regenschauer in den antiken Mauern der römischen Ladengeschäfte. Herrlich war der Ausblick  auf den See Genezareth und die benachbarten Gebirgszüge.

Jabbokfluß

Umm-Qeis (Gadara)

Umm-Qeis (Gadara)

Umm-Qeis (Gadara) Theater

Umm-Qeis (Gadara) Theater

Blick auf den See Genezareth (Israel)

Weiterfahrt nach Dscherasch (Gerasa), dem „Pompeji des Nahen Ostens“ und Besichtigung der Säulenstraßen, der Theater und Tempel, Kirchen und Tore.

Gerasa

Gerasa

Gerasa römisches Pflaster

Gerasa

Gerasa

Gerasa

 

Sonntag, 29.10.2017

Der letzte Tag in Jordanien! Nach dem Kofferpacken und Frühstück erreicht der Bus in Amman das streng gesicherte Verwaltungsgebäude des UNHCR. In Jordanien sind über 4 Millionen Geflüchtete aus den Kriegsgebieten aufgenommen, die zum großen Teil vom UNHCR organisatorisch betreut werden.

Vertreter der UNHCR in Amman

Im Gespräch mit einer Mitarbeiterin des UNHCR

Im Anschluß an den Besuch beim UNHCR fuhr die Gruppe zur evangelischen Schneller-Schule in Amman. In der angeschlossenen  Christuskirche wurde zum Abschluß der Reise Eucharistie gefeiert. Danach ergab sich noch die Möglichkeit zu einem Gespräch mit einem Mitarbeiter der christlichen Schule inmitten des muslimisch geprägten Wohnviertels.

Der Busfahrer wartete schon auf die Gruppe, um zum Flughafen zu fahren. Wie auf dem Hinflug sah der Flugplan eine Zwischenlandung in Wien vor. Wegen des über Westeuropa sich austobenden Herbststurms war der Aufenthalt auf dem Wiener Flughafen allerdings 2 Stunden länger als geplant, sodass die mittlerweile doch erschöpften Reiseteilnehmer erst weit nach Mitternacht auf der Hegge ankamen.

 

Christuskirche der Schneller-Schule, Amman

Gespräch mit einem Mitarbeiter der Schneller-Schule