Veranstaltung war am: 17.04.2026 17:00 - 19.04.2026 15:30


Die wunderbare Welt der Moore

Das Seminar für Naturinteressierte begann mit einem kleinen Quiz zu Mooren. In Kleingruppen fanden die Teilnehmenden z.B. heraus, was eine Moorjungfer ist und was es mit Paludikultur auf sich hat.

Am ersten Abend sprach Prof. Dr. Klaus-Holger Knorr von der Universität Münster. Er ist Moorexperte und weltweit in natürlichen, naturnahen und gestörten Mooren unterwegs. Er beschäftigt sich mit Moorschutz und Moornutzung in Deutschland, Kanada, Patagonien, China, Schweden und weiteren Ländern. So konnte er Bilder von Mooren in ihrer Vielfältigkeit aus der ganzen Welt zeigen, die Bedeutung der Moore für den Klimaschutz, aber auch ihre Gefährdung erläutern. Dies geschah auf eine gut verständliche, vor allem aber begeisternde Art und Weise und ging beinahe nahtlos in eine intensive und belebte Diskussion über. Das mitgebrachte Torfmoos sowie Torfsoden und die Erklärungen daran machten Moorkunde anfassbar und im besten Sinne be-greifbar. Fazit der Teilnehmenden: Wie gerne hätten wir bei so einem engagierten, begeisternden Professor studiert!

Am Samstag führte Diplom-Biologe Christian Finke von der Biologischen Station Kreis Paderborn-Senne e.V. in einem Power-Point-Vortrag in die Flora und Fauna heimischer Moore ein. Erläutert wurde anhand praktischer Beispiele die Grundlage der erfolgreichen Wiedervernässung von Mooren. Dabei zeigte er viele Bilder aus dem Exkursionsziel Schwarzes Bruch, einem renaturierten Moor im Eggegebirge, in dem sich seltene Tier- und Pflanzenarten wieder angesiedelt haben.
Am Nachmittag schlüpften die Teilnehmenden in die Rolle verschiedener Akteure und Akteurinnen bei einem Planspiel zur geplanten Wiedervernässung eines Moores in dem fiktiven Städtchen Möhrstedt. Sie repräsentierten z.B. die Anwohnenden, landwirtschaftliche Betriebe, Gemeindevertretung, Institut für Moorforschung etc. Dabei wurde deutlich, dass es gar nicht so einfach ist, tragfähige Kompromisse zu erzielen.

Der Film „Die Magie der Moore“ entführte die Seminargruppe in die Moore Nordeuropas. Die Filmsequenzen wurden über fünf Jahre mit verschiedenen Filmtechniken erstellt und zeigen, dass man die Bedeutung von Mooren nicht nur an Zahlen messen kann, sondern das Moore einfach eine erhaltenswerte „Zauberlandschaft“ sind.
Den Abschluss des Seminars bildete eine Exkursion unter der fachkundigen Leitung von Christian Finke ins Schwarze Bruch bei Lichtenau. Trotz starken Regens am frühen Morgen brauchte niemand den Regenschirm aufzumachen. Dennoch waren Gummistiefel äußerst nützlich, denn den Moorbereich hätte man sonst nicht „trockenen Fußes“ erkunden können. Neben verschiedenen Gräsern und Moosen, konnte man die faszinierende Moorlandschaft entdecken. Wiesenpieper und Feldschwirl aus der Vogelwelt und ausgedehnte Polster der Moosbeere zeigen, dass von der Wiedervernässung Arten profitieren, die andernorts schon ausgestorben sind.