In Kürze erscheint hier eine Zusammenfassung der Tagung. Schauen Sie sich aber gerne die Bildergalerie an.

Vom 1. bis 3. Dezember 2023 stand die FRAUENTAGUNG IM ADVENT im Programm. Der Titel der Tage lautete » Du bist ein Königskind « Weiblich. Würdig. Wertvoll.

Am Wochenende des ersten Advents ging es um das in Kirche und Gesellschaft aktuelle Leitwort »Frauenwürde«. Viele Frauen bekundeten ihr Interesse und folgten der Einladung, unser Haus war gefüllt, es gab wertvolle Begegnungen und regen Austausch.

Inspiriert hatten uns zum Thema die König*in-Skulpturen des Bonner Diakons Ralf Knoblauch: diese erinnern an die je eigene Königswürde und fordern stumm dazu auf, für die Menschenwürde aller einzutreten. Auch die Jubiläen 75 Jahre Menschenrechte sowie Grundgesetz wurden aufgegriffen.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar” – so beginnt das Grundgesetz. Mit der Taufe kommt die Zusage hinzu, Priesterin, Prophetin und Königin in Ewigkeit zu sein. Welch ein Zuspruch: Auch du trägst eine Krone!

Aber leider scheint Würde nicht gleich Würde zu sein – vor allem Frauen erleben das in der Realität. Würde wird angetastet, geleugnet, verletzt, mit Füßen getreten. Und doch besteht Konsens: Jeder Mensch ist ein Ebenbild Gottes, ein Königskind. In allen steckt die Kraft, für Gerechtigkeit einzustehen und sich für Veränderung stark zu machen.

Alle interessierten Frauen waren eingeladen zu wegweisenden Impulsen und Vorträgen. Namhafte Referentinnen gestalteten das Programm und beleuchteten das Thema aus vielerlei Perspektiven.

Zunächst führte Dr. Anne Kirsch, Bildungsreferentin der Hegge, zu den Leitworten „Weiblich. Würdig. Wertvoll.“ ein und brachte die Frauen mit prägnanten Fragen ins Nachdenken und ins Gespräch.

Anschließend wurde das Tagungsthema in der Kunst anschaulich. Heide Kathrein Schmiedel, Crivitz führte mit Erklärungen und persönlichen Worten durch die Kunst-Ausstellung „Königin und König“ mit Werken Wieland Schmiedels.

Der Abend stand unter dem Thema „Ich. Bin. Würdig. Frauen beziehen Position“. Marie-Simone Scholz, Gemeindereferentin und Verantwortliche für innovative Frauenpastoral im Erzbistum Paderborn, stellt eine Königinnen-Figur des Ralf Knoblauch vor und referierte über Leben, Werte, Würde.

Am Samstag griff Prof‘in Dr. Dorothea Sattler, Professorin für Ökumenische Theologie an der Universität Münster, das Zitat „Frau-Sein – ein untröstliches Glück“ (Christine Busta) auf. Sie ist Delegierte der Deutschen Bischofskonferenz und Vorsitzende des Forums „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ zum Synodalen Weg. In ihrem Vortrag sprach über sie die Auseinandersetzung mit der Frauenfrage in den Kirchen weltweit.

Danach machte Dr. Annette Jantzen, Theologin und Frauenseelsorgerin im Bistum Aachen, weibliche Gottesbilder in der Bibel bewusst und setzte sich für eine weibliche Gottesrede in der Liturgie ein. Sie verantwortet den Blog „gotteswort-weiblich“ und ist Autorin u.a. von „Gotteswort, weiblich“ und „Glaubensworte, weiblich“.

Am Abend setzte die Musik einen anderen Akzent im Programm. Das Duo La Vigna mit  Theresia Stahl, Blockflöten und Christian Stahl, Laute/Theorbe stimmte wunderbar auf die Adventszeit ein.

Der erste Adventssonntag begann mit der gemeinsamen Feier eines Wortgottesdienstes und stellte die „Königin von Saba“ (1. Buch der Könige, Kap. 10) in den Mittelpunkt.

Schließlich nahm Sabine Lutkat, Oldenburg, Präsidentin der Europäischen Märchengesellschaft, alle Teilnehmerinnen mit hinein in die Märchen der Welt und erschloss von daher die Würde der Frau: „stark, unbeugsam und selbstbewusst“.

Der Gedanke „Auch Du eine Königin. Trag Deine Krone mit Würde. Verinnerliche Deine Besonderheit. Lächle Deinem Leben zu.“ begleitete die Frauen heim.

Gewaltfreie Kommunikation ersetzt verurteilendes Denken und Sprechen durch den Blick auf das, was dahintersteht und was Menschen miteinander verbindet. Es werden Werte und Bedürfnisse in den Blick genommen. Ziel war es, die eigenen Bedürfnisse und die des Gegenübers wahrzunehmen und dadurch neue Handlungsmöglichkeiten kennenzulernen. Diese sollten in einem geschützten Rahmen innerhalb der Gruppe eingeübt werden.

Nach einer Einführung und kurzen Vorstellungsrunde mit Klärung der Erwartungen gab die Referentin Bettina Hagedorn einen Einblick in Ziele und Annahmen der GfK sowie in Überlegungen zu trennender Kommunikation.

Die Teilnehmenden übten dann in Zweiergruppen die Unterschiede von Beobachtung und Bewertung anhand von Gegenständen. Mithilfe eines Skriptes wurden weitere Einzelheiten der GfK erlernt. Danach wurde insbesondere über trennende Kommunikation im Vergleich zu verbindender Kommunikation diskutiert. Bei einer Übung zu den Gefühlen Traurigkeit und Freude und zum Zustand Erleichterung konnten sich die Teilnehmenden in die Kraft der Gefühle hineinversetzen. Ferner wurde in Gruppen zum Thema Bedürfnisse gearbeitet.

Danach erläuterte die Referentin die vier Schritte der GfK (Beobachtungen, Gefühle, Bedürfnisse, Bitten) und hier vor allen Dingen den Unterschied zwischen einer Bitte und einer Forderung im vierten Schritt. Danach wurden in Zweiergruppen anhand von selbstgewählten Fallbeispielen die vier Schritte umgesetzt. Diese wurden schließlich gemeinsam analysiert.

An den Abenden konnte man M. Rosenberg bei einem aufgezeichneten Vortrag näher kennenlernen und das Konzept von Giraffen- und Wolfssprache verstehen.

 

Zur Tagung waren insgesamt 6 Referent*innen für 7 Einheiten geladen.

Die Einführungseinheit übernahm Prof. Wilhelm Heitmeyer. In seinem Vortrag „Krisen und Kontrollverluste – Gelegenheitsstrukturen für Treiber autoritärer gesellschaftlicher Entwicklungspfade“ zeigte er auf, dass die aktuellen autoritären Strömungen, wie u.a. an dem Erfolg der AfD zu beobachten, nicht als kurzfristige Reaktionen auf gesellschaftliche Entwicklungen zu verstehen sind. Anhand eines Analyseschemas, angelehnt an sein Buch „Autoritäre Versuchungen“ (2018), zeigt Heitmeyer auf, dass die Auslöser autoritärer Dynamiken weiter zurück liegen. Ihren Ursprung nehmen sie mit dem Beginn des wirtschaftlichen Neoliberalismus und sind durch die verschiedenen gesellschaftlichen und globalen Krisen weiterbefördert worden (9/11, Banken- und Finanzkrise, Corona, Klimakrise, Kriege etc.). Aus diesen hervorgehend nimmt ein immer größer werdender Teil, so Heitmeyer, individuelle Kontrollverluste war, die zunehmend autoritären Versuchungen weichen. In der weiteren Diskussion wurde intensiv darüber diskutiert, was den derzeitigen gesellschaftlichen Entwicklungen entgegengesetzt werden kann. Heitmeyer rekurrierte in diesem Zusammenhang insbesondere auf die Bedeutung der sozialen Integration (durch Mitgliedschaft in Vereinen, Verbänden etc.).

Am Abend referierte Cemal Öztürk, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Duisburg-Essen, über erste Ergebnisse aus dem Projekt „Radikaler Islam – Radikaler Antiislam“. Aufgrund einer Erkrankung schaltete er sich online dazu. Im Rahmen des Vortrags wurde herausgearbeitet, wie sich ablehnende Gruppen in einer Gesellschaft zum gegenseitigen Radikalisierungsprozess beitragen. Auch die Doppelfunktion, die Religion für muslimische Jugendliche einnimmt (als Merkmal von Ausgrenzung in der Mehrheitsgesellschaft, als identitätsstiftendes Merkmal in der Eigengruppe), wurde herausgestellt. Es wurde intensiv diskutiert, an welchen Stellen im Radikalisierungsprozess die Spirale unterbrochen werden kann. In diesem Zusammenhang spielte die Reduktion von Vorurteilen und Diskriminierung gegenüber Menschen muslimischen Glaubens in der deutschen Gesellschaft ebenso eine Rolle, wie die Schaffung alternativer Anerkennungsquellen und eine „echte“ Integrationsmöglichkeit von Menschen mit Zuwanderungsbiografie zu schaffen.

Die Einheit am nächsten Morgen wurde von Prof. Pickel und seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Emma Aouragh von der Universität Leipzig gestaltet. Beide waren online zugeschaltet. Thematisch ging es um die Identifikation individueller und institutionell angelegter rassistischer und autoritärer Strukturen in deutschen Behörden (am Beispiel des Jobcenters). Beide Referenten rekurrierten auf aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse aus dem mit Bundesmitteln finanzierten Projekt „Rassismus in Institutionen (InRa)“.

Es wurde zum einen deutlich herausgearbeitet, dass individueller und institutionell verankerter Rassismus nicht immer trennscharf von einander unterschieden werden können. In diesem Zusammenhang wurde von einzelnen TN auf die Bedeutung hingewiesen, frühzeitig gegen individuelle Ressentiments zu arbeiten. Es wurde intensiv diskutiert, ob und inwiefern Schule das leisten kann. Im Weiteren stellten Prof. Pickel und seine Kollegin mögliche präventive Ansätze im Rahmen von Behörden vor, die mit den TN diskutiert wurden. Die Umsetzbarkeit, wie die Rotation von Mitarbeitern, regelmäßige Supervision etc. stand dabei im Mittelpunkt der Diskussion. Auch die Frage, wie motivierte Mitarbeiter*innen besonders gestärkt werden können, wurde ausgiebig erörtert.

Am Samstagnachmittag berichtete Prof. Johanna Rahner über autoritäre Strukturen in religiösen Institutionen, die in christlicher Tradition stehen. Dazu rekurrierte sie zunächst auf das „alte Europa“, kam dann auf die Entwicklungen der „Kirche des Südens“ (insb. neopentekostale Gemeinschaften) sowie denen in der USA zu sprechen. Den Abschluss ihres Vortrags bildete der Blick auf die deutschen Verhältnisse, wobei sie ihre ursprüngliche Idee, Deutschland als Vorbild der Resilienz zu präsentieren, nach den gehörten Inhalten des Vortrags von Wilhelm Heitmeyer mit einem Fragezeichen versehen hat. Im Rahmen der sich anschließenden Diskussion wurde von den TN unter anderen danach gefragt, wo die katholische Kirche im europäischen Raum besonders anfällig ist für die politische Rechte. Auch wurde von den TN nachgefragt, wie und warum Deutschland durch das kooperative Verständnis des Verhältnisses von Religion und Staat weniger anfällig ist, dominant antimodernistisch zu werden.

Nach einer kurzen Pause hat David Aderholz, assoziiertes Mitglied am Else-Brunswick-Institut des Universität Leipzig die aktuellen Ergebnisse aus einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage der sog. Autoritarismus-Studie vorgestellt. Insbesondere die Angleichung abwertender Einstellungen gegenüber sog. schwachen Gruppen zwischen Ost und West sowie dem Ergebnis, dass nicht nur Menschen in Kreisen mit einer hohen Arbeitslosenquote, einem geringen Frauen- und Ausländeranteil häufiger abwertende Einstellungen berichten, sondern auch dann, wenn sie aus Kreisen mit einem hohen Haushaltseinkommen (bei gleichzeitig hoher kollektiv wahrgenommener Deprivation) sind, hat die TN sehr bewegt und entsprechend ins Diskutieren gebracht. Ebenfalls kritisch nachgefragt wurde, warum Ost/West in der Wissenschaft immer noch als Analysekategorie genutzt wird.

Nach dem Abendessen gab es eine weitere Einheit mit David Aderholz, in der er im Rahmen seines Dissertationsprojektes von einer Untersuchung von politisch rechten Betriebsräten in einem großen Automobilunternehmen berichtete. Insbesondere interessierten sich die TN für die Fragen, wie sich der Einfluss der rechten Betriebsräte im Arbeitsalltag zeigt, wie die Belegschaft darauf reagiert und welche Möglichkeiten es gibt, die politisch rechten Betriebsräte mit ihren leeren Versprechungen zu überführen.

Der Sonntag begann mit dem Gottesdienst. Hr. Auffenberg hat im Rahmen der Messe das Thema der Tagung explizit aufgenommen und am Beispiel von Bonhoeffer an die immer beständige Möglichkeit der individuellen Gegenwehr mit Blick auf die erstarkenden autoritären Dynamiken in Deutschland, aber auch weltweit, hingewiesen. Den Abschluss der Tagung bildete eine Trainingseinheit aus dem „Veto-Prinzip“. Anna Maria Weber, Trainerin und Geschäftsführerin von ACT e.V. stellte zunächst die Geschichte von Veto sowie die damit verbundenen Ziele kurz vor. Es geht insbesondere um die Förderung der ICH-Stärke und um Sensibilisierung für ungleiche Machtverhältnisse (Es geht darum vom „Land des inneren Gehorsams“ in das „Land der inneren Freiheit“ zu gelangen). Auf spielerische Art und Weise wurde den TN das Veto-Prinzip nähergebracht. Entsprechend hatten die TN die Möglichkeit, sich und ihre Grenzen auszutesten. Diese Einheit verursachte anfangs einige Irritationen, wurde letztlich von den TN aber als sehr gewinnbringend bewertet. Unabhängig davon war diese Einheit allein deshalb wichtig, weil sie Mut machte, dass es trotz der derzeitigen gesellschaftspolitischen Entwicklungen in Deutschland genügend Spielraum gibt, sich für die Demokratie stark zu machen!

Siehe auch den Beitrag von Anna Maria Weber: https://mailchi.mp/5bd9a1f088c3/act-newsletter-einladung-zu-den-auffhrungen-6216871?e=c1622893d5

 

Im Zentrum der Fortbildung stand die Frage: Welche Erzählmöglichkeiten gibt es, die Kinder fesseln und in die Geschichte hineinnehmen? Viele pädagogische Fachkräfte nahmen teil und erhielten wertvolle Tipps für die Praxis in der Kita, im Zusammensein mit Kindern und mit Familien.

Die Teilnehmerinnen erlernten das Erschließen und kindgerechte Umsetzen von Geschichten. Dabei diente ihnen der POZEKI-Schlüssel als wertvolle Hilfe.

Sie übten den Einsatz der Stimme und lernten vielerlei kreative Methoden kennen: erzählen im Sand • mit Gegenständen • mit Klängen • mit Bewegungen • auf dem Rücken • mit Handpuppen • auf den Beinen • mit Bildern • zum Mitmachen usw.

Dabei wechselte die Referentin Christiane Zimmermann-Fröb, Velbert zwischen theoretischem Input und praktischen Erzählbeispielen ab. Sie ist Pastorin und Referentin beim Förderverein Kirche mit Kindern im Rheinland, außerdem Fortbildnerin für Godly Play – Gott im Spiel.

Anschließend waren das eigene Ausprobieren und Erzählen an der Reihe. Alle Teilnehmerinnen erarbeiteten, wahlweise allein oder zu zweit, eine biblische Geschichte mit einer der Methoden. Dabei orientierte sich die Geschichten-Auswahl am Lauf des Jahreskreises: Jesus wird erwachsen • Passion • Ostern • Himmelfahrt • Pfingsten.

Dann erzählten und ergründeten alle ihre Geschichten in der Gruppe und erhielten jeweils konstruktive Rückmeldungen. Gemeinsam wurde überlegt, ob und wie die Erzählformen mit Kindern verwendet werden können. Dabei kamen Möglichkeiten der praktischen Umsetzung in den Blick, unter Berücksichtigung etwa des Alters der Kinder oder der Zahl der Zuhörer*innen. Raum für Fragen und Austausch wurde eröffnet.

Mit viel Handwerkszeug, jeder Menge neuen Ideen und der Ermutigung, selbst das freie Erzählen zu wagen, fuhren die Teilnehmerinnen heim.

 

 

Vom 16. bis 18. April fand ein Vertiefungskurs zum Godly Play – Gott im Spiel im Christlichen Bildungswerk Die HEGGE statt.

Interessierte aus Gemeinde, Kita und Schule kamen zusammen, um mit Godly Play weiter auf dem Weg zu sein. Alle verband die bereits absolvierte Erzähler*innen-Ausbildung und die Begeisterung an dem aktuellen religionspädagogischen Konzept. Für sich selbst, genauso wie zur Weitergabe an andere, vertieften die Frauen und Männer vorhandene Kenntnisse und erweiterten ihr Repertoire an biblischen Geschichten.

Die Fortbildnerinnen Christiane Zimmermann-Fröb, Velbert und Dr. Delia Freudenreich, Paderborn vermittelten mit hoher Kompetenz und Leidenschaft Erzähltechniken sowie Ergründungsfragen, um den Bibeltexten buchstäblich auf den Grund zu gehen. Auch spielerisch-kreative Elemente hatten ihren Platz und vieles Weitere mehr. Dabei waren die Teilnehmer*innen sich einig: „Es geht um viel mehr als das Erlernen einer Methode – es ist ein intensives Eintauchen in die Welt der Bibel, ein persönliches Berührtsein.“

Im Verlauf der drei Tage wurden Jesusgeschichten sowie Vertiefungsgeschichten des Altes Testaments ausprobiert und gemeinsam ergründet. Jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer erzählte eine neu konzipierte »Gott im Spiel -Geschichte«. Der rege Austausch untereinander war allen ebenso wertvoll wie die zahlreichen praxisnahen Tipps der Fortbilderinnen.

Gerade die praktische Anwendbarkeit des religionspädagogischen Ansatzes wurde als sehr hoch eingeschätzt. So nahmen die Teilnehmenden ein gefülltes kostbares Bündel von der HEGGE mit auf Ihren Weg: mit neuen Erfahrungen, Geschichten und Ideen, sowie auch neuer Ermutigung und Begeisterung.

Im Oktober und November bietet das Christliche Bildungswerk Die HEGGE wieder Fortbildungsangebote zum Godly Play – Gott im Spiel an.

Am Dienstag, den 08.10. von 9.30 Uhr bis 17.00 Uhr findet ein Kennenlerntag statt. Für den 04. bis 07.11. ist ein zertifizierter Erzählkurs geplant und damit die Möglichkeit der Ausbildung als Godly Play-Erzähler*in gegeben.

 

Vom 19. bis 22. März 2024 standen die Tage der theologischen Vertiefung für Frauen im Programm. Der Titel lautete in diesem Jahr »Lebensperspektiven entdecken – Zukunft gestalten«.

An den Tagen wurde geschaut, wie es weitergehen kann… persönlich sowie auch gesellschaftlich – und es wurde aufgespürt, was Mut und Kraft geben kann.

Viele Frauen folgten der Einladung. Es gab wertvolle Begegnungen und regen Austausch. Mit reichen Impulsen und Vorträgen gestalteten Referent*innen der HEGGE das Programm. Dabei waren verschiedene Blickwinkel wichtig: das eigene Leben, die Bibel, die Kunst, unsere Gesellschaft, Dichtung, Musik und anders mehr.

Zunächst führte Dr. Anne Kirsch zu den Leitworten „Meine Lebensperspektiven – unsere Zukunft“ ein und brachte die Frauen mit prägnanten Fragen ins Nachdenken und ins Gespräch.

Anschließend ging Dagmar Feldmann mit der Gruppe der Frage nach: „Hauptsache gesund – oder gibt es vielleicht doch Wichtigeres?“

Am Abend bereicherten Dichtung und Musik das Programm.

Am nächsten Tag ging es um die Thematik „Zukunft gestalten in unsicheren Zeiten. Ein kritischer Blick auf unser gesellschaftliches Miteinander“. Dabei stellte Sandra Legge den Umgang mit (eigenen) Vorurteilen ins Zentrum und regte interessante Diskussionen an.

Danach führte Dorothee Mann bei strahlendem Sonnenschein zu Frühlingsbeginn durch den HEGGE-Park und spürte Kraftquellen auf.

Dr. Anne Kirsch entdeckte mit den Frauen die „Ich bin – Worte“ des Johannes-Evangeliums. Dabei öffnete ein Blick in die Bibel wie auch in die Kunst gleichsam ein Fenster zum Himmel.

Am Abend wurde in ökumenischer Offenheit miteinander die Heilige Messe gefeiert.

Am Donnerstag lag der Fokus auf dem aktuellen Konzept »Paradising«, mit dem die biblische Vorstellung vom Paradies zurückerobert und die Zukunft aktiv gestaltet werden kann.

Anschließend führte eine Exkursion zur ehemaligen Benediktinerabtei nach Marienmünster. Hans Hermann Jansen begleitete die Gruppe fachkundig durch das Besucherzentrum »FORUM Abtei« ebenso wie durch die ehemaligen Klostergebäude und die Abteikirche St. Jakobus der Ältere. Ein kleines Konzert an der Barockorgel rundete den Besuch musikalisch ab.

Der Freitag schließlich folgte dem Gedanken „Was wir gewinnen, wenn wir älter werden“. Dabei erläuterte Msgr. Ullrich Auffenberg Gedanken zur Lebenskunst, gestützt auf den Philosophen Wilhelm Schmid.

Zum Abschluss gab Dr. Anne Kirsch den Teilnehmerinnen einen Reisesegen mit auf ihren Weg.

Dankbar und mit reichen Erfahrungen im Gepäck fuhren die Frauen heim. Viele verabschiedeten sich mit den Worten „Auf Wiedersehen im nächsten Jahr“.

 

 

Die Einübung in die Kultur der Digitalität bzw. in einen bewussten Umgang mit digitalen Werkzeugen ist angesichts der fortschreitenden Entwicklungen in diesem Bereich eine fortwährende Aufgabe und Herausforderung für Jung und Alt. Vierzehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich im Rahmen der Tagung zur Digitalität auf der HEGGE auf den Weg gemacht, durch Sammlung von Informationen und durch praktische Übungen den eigenen Umgang mit digitalen Anwendungen und Geräten zu überdenken und zu optimieren.

Der erste Tag war unter der Leitung von Damian Lazarek den Anwendungen der künstlichen Intelligenz gewidmet, insbesondere dem Einsatz von ChatGPT. Der Referent zeigte den Teilnehmern die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz in vielen Bereichen der Gesellschaft auf, insbesondere in der Arbeitswelt. Er betonte, wie wichtig es sei, an diesen Entwicklungen aktiv teilzunehmen, um sie verstehen und mitgestalten zu können. Neben vielen nützlichen Anwendungen im Gesundheitswesen, in der Bildung, im Umweltschutz etc. berge die KI-Technologie auch einige gesellschaftliche Risiken, z.B. durch den Verlust von Arbeitsplätzen in bestimmten Branchen, durch die Verzerrung von Entscheidungen oder auch durch die wirtschaftliche Übermacht einzelner Unternehmen. In praktischen Übungen lernten die Teilnehmenden, wie man mit KI-Werkzeugen Texte verbessert, fremdsprachige Artikel übersetzt und Bilder thematisch generiert. Darüber hinaus wurden einige Fähigkeiten von ChatGPT ausprobiert: (1) als persönlicher Sekretär zur Beantwortung von E-Mails, zum Verfassen formeller Briefe an Ämter, zur Entscheidungsfindung, für Gutachten und Dokumentationen, für Buch- und Artikelzusammenfassungen; (2) als Schülerhilfe zum Vokabellernen, als Formulierungshilfe für Aufsätze, als Recherchewerkzeug und Ideengeber; (3) als Alltagshilfe im handwerklichen Bereich, bei der Planung von Veranstaltungen, bei Gesundheitstipps, bei der Reiseplanung, bei der Einkaufsberatung, als Gesprächspartner und in der Unterhaltung. Die Übungen machten Spaß und ließen die Teilnehmenden teilweise staunen, welche Fähigkeiten ein trainiertes Sprachmodell wie ChatGPT bereits besitzt. Gleichzeitig wurde die Gruppe aber auch auf einige Möglichkeiten des Missbrauchs dieser Technologie aufmerksam gemacht.

Am zweiten Tag klärte der Journalist Stefan Mey zunächst über die Daten- und Wirtschaftsmacht der ‚teuflischen Fünf‘ auf: Alphabet, Apple, Meta, Amazon und Microsoft teilen sich die wichtigsten Dienste im Internet und sammeln dabei viele Informationen, die den Unternehmen wirtschaftliche und damit auch politische Macht verleihen. Hinter diesen Plattformen stehen jedoch einzelne ‚Big Money‘-Unternehmen und die Gründer der ‚teuflischen Fünf‘, die als Oligarchen des westlichen Internets bezeichnet werden können. Alternativen zu den Diensten dieser Unternehmen wurden bisher nur in totalitären Systemen wie China und teilweise in Russland entwickelt. Es wäre eine genuine Aufgabe der EU, eigene Alternativen zu entwickeln und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, um dem Überwachungskapitalismus der genannten Internetgiganten zu entkommen. Zum Abschluss der Lehreinheit wurden einige bereits existierende Alternativen zu den Diensten der großen Konzerne für den privaten Gebrauch vorgestellt. Am Nachmittag stellte Stefan Mey einige Open-Source-Dienste wie Wikipedia, Firefox, Libre Office, Signal, Mastodon und andere vor. Solche Dienste, die mit freien Lizenzen und veröffentlichten Quellcodes arbeiten, ermöglichen schon heute ein freieres und benutzerfreundlicheres Internet. Im Anschluss an diese Vorträge wurde am Abend die ‚digitale Selbstverteidigung‘ geübt, die eine möglichst anonyme und sichere Nutzung des Internets gewährleistet.

Am dritten Tag berichtete Coletta Lehmenkühler über den Diebstahl und Missbrauch persönlicher Daten aus Sicht und Erfahrung der Verbraucherzentrale NRW. Mehr als jeder zehnte Erwachsene erlebt einen solchen Diebstahl und die Erstellung eines digitalen Zwillings, der zur Manipulation, Erpressung oder Verursachung von Vermögensschäden genutzt wird. Die Referentin besprach mit der Gruppe wichtige Regeln für ein ‚datensparsames‘ Online-Verhalten. Einige Einstellungen wurden ganz konkret an den Smartphones der Teilnehmenden überprüft und gegebenenfalls verändert. Die Diskussion eröffnete ein neues, spannendes Feld für zukünftige Treffen: die Regelung des eigenen digitalen Nachlasses.

In der abschließenden Diskussionsrunde konnten die Teilnehmenden ihre persönlichen Pläne im Umgang mit digitalen Werkzeugen formulieren. So vielfältig wie die Impulse der Tagung waren auch die Vorschläge. Das Spektrum reichte vom Aufräumen der eigenen App-Sammlung über die Neuorganisation von Passwörtern bis hin zur Nutzung von KI im privaten und beruflichen Umfeld. „Es war überwältigend“, so eine Teilnehmerin. „Ich habe viele neue Einblicke in die digitale Welt bekommen. Vielen Dank!“ Gern geschehen!

Übrigens, dieser Beitrag wurde zwar selbst verfasst, mit der Hilfe der KI aber stilistisch verbessert. Gelernt ist gelernt!

 

Der Seminarrückblick erfolgt in Kürze.

 

Fast 30 Ehrenamtliche im Hospizdienst und Multiplikatoren der Familienbildungsarbeit setzten sich mit Fragen zum Leben nach dem Tod auseinander.

In diesem Jahr ging es insbesondere um das, was Trauernde nach dem Tod eines geliebten Menschen erleben und um die Frage nach der Urangst und dem Urvertrauen.

Dazu gehörten Fragen wie: Kann es sein, dass die Seele von Verstorbenen nach dem Tod umherirrt? Wovor haben Sterbende Angst? Wie wirken sich die Einstellungen der Angehörigen auf das Lebensende aus? Ist das Urvertrauen größer als die Urangst? Wo und wie können Begleiterinnen und Begleiter das Urvertrauen stärken?

Dr. med. Rolf Reiner Kiltz, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie Detmold, referierte zum Thema „Wenn die Seele nach dem Tod umherirrt – Was Trauernde erleben“. Er berichtete von ernstzunehmenden Zeugnissen von Hinterbliebenen, die Verstorbene gehört, gesehen oder gespürt haben. Je nach Beziehung zum/zur Verstorbenen kann das ein angstvolles oder auch ein beruhigendes Erlebnis sein. Entsprechend sollte man Hinterbliebenen helfen, solche Ereignisse einzuordnen und mit ihnen umzugehen.

Msgr. Ullrich Auffenberg, Die Hegge Pfarrer i.R., früher u.a. Referent für religiös-seelsorgliche Bildung im Diözesancaritasverband Paderborn sprach zum Thema „Urangst und Urvertrauen“. Dabei stellte er u.a. Gedanken von Monika Renz vor und belebte diese durch Beispiele aus dem eigenen Leben.

Die Teilnehmenden erfuhren Trost und Stärkung für ihren nicht immer einfachen Dienst mit Sterbenden und Trauernden.

Der Erfahrungsaustausch zwischen den verschiedenen Gruppen und engagierten Einzelnen war wichtiger Bestandteil der Veranstaltung.