In Kürze erscheint hier eine Zusammenfassung der Tagung. Schauen Sie sich aber gerne die Bildergalerie an.

Vom 1. bis 3. Dezember 2023 stand die FRAUENTAGUNG IM ADVENT im Programm. Der Titel der Tage lautete » Du bist ein Königskind « Weiblich. Würdig. Wertvoll.

Am Wochenende des ersten Advents ging es um das in Kirche und Gesellschaft aktuelle Leitwort »Frauenwürde«. Viele Frauen bekundeten ihr Interesse und folgten der Einladung, unser Haus war gefüllt, es gab wertvolle Begegnungen und regen Austausch.

Inspiriert hatten uns zum Thema die König*in-Skulpturen des Bonner Diakons Ralf Knoblauch: diese erinnern an die je eigene Königswürde und fordern stumm dazu auf, für die Menschenwürde aller einzutreten. Auch die Jubiläen 75 Jahre Menschenrechte sowie Grundgesetz wurden aufgegriffen.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar” – so beginnt das Grundgesetz. Mit der Taufe kommt die Zusage hinzu, Priesterin, Prophetin und Königin in Ewigkeit zu sein. Welch ein Zuspruch: Auch du trägst eine Krone!

Aber leider scheint Würde nicht gleich Würde zu sein – vor allem Frauen erleben das in der Realität. Würde wird angetastet, geleugnet, verletzt, mit Füßen getreten. Und doch besteht Konsens: Jeder Mensch ist ein Ebenbild Gottes, ein Königskind. In allen steckt die Kraft, für Gerechtigkeit einzustehen und sich für Veränderung stark zu machen.

Alle interessierten Frauen waren eingeladen zu wegweisenden Impulsen und Vorträgen. Namhafte Referentinnen gestalteten das Programm und beleuchteten das Thema aus vielerlei Perspektiven.

Zunächst führte Dr. Anne Kirsch, Bildungsreferentin der Hegge, zu den Leitworten „Weiblich. Würdig. Wertvoll.“ ein und brachte die Frauen mit prägnanten Fragen ins Nachdenken und ins Gespräch.

Anschließend wurde das Tagungsthema in der Kunst anschaulich. Heide Kathrein Schmiedel, Crivitz führte mit Erklärungen und persönlichen Worten durch die Kunst-Ausstellung „Königin und König“ mit Werken Wieland Schmiedels.

Der Abend stand unter dem Thema „Ich. Bin. Würdig. Frauen beziehen Position“. Marie-Simone Scholz, Gemeindereferentin und Verantwortliche für innovative Frauenpastoral im Erzbistum Paderborn, stellt eine Königinnen-Figur des Ralf Knoblauch vor und referierte über Leben, Werte, Würde.

Am Samstag griff Prof‘in Dr. Dorothea Sattler, Professorin für Ökumenische Theologie an der Universität Münster, das Zitat „Frau-Sein – ein untröstliches Glück“ (Christine Busta) auf. Sie ist Delegierte der Deutschen Bischofskonferenz und Vorsitzende des Forums „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ zum Synodalen Weg. In ihrem Vortrag sprach über sie die Auseinandersetzung mit der Frauenfrage in den Kirchen weltweit.

Danach machte Dr. Annette Jantzen, Theologin und Frauenseelsorgerin im Bistum Aachen, weibliche Gottesbilder in der Bibel bewusst und setzte sich für eine weibliche Gottesrede in der Liturgie ein. Sie verantwortet den Blog „gotteswort-weiblich“ und ist Autorin u.a. von „Gotteswort, weiblich“ und „Glaubensworte, weiblich“.

Am Abend setzte die Musik einen anderen Akzent im Programm. Das Duo La Vigna mit  Theresia Stahl, Blockflöten und Christian Stahl, Laute/Theorbe stimmte wunderbar auf die Adventszeit ein.

Der erste Adventssonntag begann mit der gemeinsamen Feier eines Wortgottesdienstes und stellte die „Königin von Saba“ (1. Buch der Könige, Kap. 10) in den Mittelpunkt.

Schließlich nahm Sabine Lutkat, Oldenburg, Präsidentin der Europäischen Märchengesellschaft, alle Teilnehmerinnen mit hinein in die Märchen der Welt und erschloss von daher die Würde der Frau: „stark, unbeugsam und selbstbewusst“.

Der Gedanke „Auch Du eine Königin. Trag Deine Krone mit Würde. Verinnerliche Deine Besonderheit. Lächle Deinem Leben zu.“ begleitete die Frauen heim.

Zur Tagung waren insgesamt 6 Referent*innen für 7 Einheiten geladen.

Die Einführungseinheit übernahm Prof. Wilhelm Heitmeyer. In seinem Vortrag „Krisen und Kontrollverluste – Gelegenheitsstrukturen für Treiber autoritärer gesellschaftlicher Entwicklungspfade“ zeigte er auf, dass die aktuellen autoritären Strömungen, wie u.a. an dem Erfolg der AfD zu beobachten, nicht als kurzfristige Reaktionen auf gesellschaftliche Entwicklungen zu verstehen sind. Anhand eines Analyseschemas, angelehnt an sein Buch „Autoritäre Versuchungen“ (2018), zeigt Heitmeyer auf, dass die Auslöser autoritärer Dynamiken weiter zurück liegen. Ihren Ursprung nehmen sie mit dem Beginn des wirtschaftlichen Neoliberalismus und sind durch die verschiedenen gesellschaftlichen und globalen Krisen weiterbefördert worden (9/11, Banken- und Finanzkrise, Corona, Klimakrise, Kriege etc.). Aus diesen hervorgehend nimmt ein immer größer werdender Teil, so Heitmeyer, individuelle Kontrollverluste war, die zunehmend autoritären Versuchungen weichen. In der weiteren Diskussion wurde intensiv darüber diskutiert, was den derzeitigen gesellschaftlichen Entwicklungen entgegengesetzt werden kann. Heitmeyer rekurrierte in diesem Zusammenhang insbesondere auf die Bedeutung der sozialen Integration (durch Mitgliedschaft in Vereinen, Verbänden etc.).

Am Abend referierte Cemal Öztürk, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Duisburg-Essen, über erste Ergebnisse aus dem Projekt „Radikaler Islam – Radikaler Antiislam“. Aufgrund einer Erkrankung schaltete er sich online dazu. Im Rahmen des Vortrags wurde herausgearbeitet, wie sich ablehnende Gruppen in einer Gesellschaft zum gegenseitigen Radikalisierungsprozess beitragen. Auch die Doppelfunktion, die Religion für muslimische Jugendliche einnimmt (als Merkmal von Ausgrenzung in der Mehrheitsgesellschaft, als identitätsstiftendes Merkmal in der Eigengruppe), wurde herausgestellt. Es wurde intensiv diskutiert, an welchen Stellen im Radikalisierungsprozess die Spirale unterbrochen werden kann. In diesem Zusammenhang spielte die Reduktion von Vorurteilen und Diskriminierung gegenüber Menschen muslimischen Glaubens in der deutschen Gesellschaft ebenso eine Rolle, wie die Schaffung alternativer Anerkennungsquellen und eine „echte“ Integrationsmöglichkeit von Menschen mit Zuwanderungsbiografie zu schaffen.

Die Einheit am nächsten Morgen wurde von Prof. Pickel und seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Emma Aouragh von der Universität Leipzig gestaltet. Beide waren online zugeschaltet. Thematisch ging es um die Identifikation individueller und institutionell angelegter rassistischer und autoritärer Strukturen in deutschen Behörden (am Beispiel des Jobcenters). Beide Referenten rekurrierten auf aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse aus dem mit Bundesmitteln finanzierten Projekt „Rassismus in Institutionen (InRa)“.

Es wurde zum einen deutlich herausgearbeitet, dass individueller und institutionell verankerter Rassismus nicht immer trennscharf von einander unterschieden werden können. In diesem Zusammenhang wurde von einzelnen TN auf die Bedeutung hingewiesen, frühzeitig gegen individuelle Ressentiments zu arbeiten. Es wurde intensiv diskutiert, ob und inwiefern Schule das leisten kann. Im Weiteren stellten Prof. Pickel und seine Kollegin mögliche präventive Ansätze im Rahmen von Behörden vor, die mit den TN diskutiert wurden. Die Umsetzbarkeit, wie die Rotation von Mitarbeitern, regelmäßige Supervision etc. stand dabei im Mittelpunkt der Diskussion. Auch die Frage, wie motivierte Mitarbeiter*innen besonders gestärkt werden können, wurde ausgiebig erörtert.

Am Samstagnachmittag berichtete Prof. Johanna Rahner über autoritäre Strukturen in religiösen Institutionen, die in christlicher Tradition stehen. Dazu rekurrierte sie zunächst auf das „alte Europa“, kam dann auf die Entwicklungen der „Kirche des Südens“ (insb. neopentekostale Gemeinschaften) sowie denen in der USA zu sprechen. Den Abschluss ihres Vortrags bildete der Blick auf die deutschen Verhältnisse, wobei sie ihre ursprüngliche Idee, Deutschland als Vorbild der Resilienz zu präsentieren, nach den gehörten Inhalten des Vortrags von Wilhelm Heitmeyer mit einem Fragezeichen versehen hat. Im Rahmen der sich anschließenden Diskussion wurde von den TN unter anderen danach gefragt, wo die katholische Kirche im europäischen Raum besonders anfällig ist für die politische Rechte. Auch wurde von den TN nachgefragt, wie und warum Deutschland durch das kooperative Verständnis des Verhältnisses von Religion und Staat weniger anfällig ist, dominant antimodernistisch zu werden.

Nach einer kurzen Pause hat David Aderholz, assoziiertes Mitglied am Else-Brunswick-Institut des Universität Leipzig die aktuellen Ergebnisse aus einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage der sog. Autoritarismus-Studie vorgestellt. Insbesondere die Angleichung abwertender Einstellungen gegenüber sog. schwachen Gruppen zwischen Ost und West sowie dem Ergebnis, dass nicht nur Menschen in Kreisen mit einer hohen Arbeitslosenquote, einem geringen Frauen- und Ausländeranteil häufiger abwertende Einstellungen berichten, sondern auch dann, wenn sie aus Kreisen mit einem hohen Haushaltseinkommen (bei gleichzeitig hoher kollektiv wahrgenommener Deprivation) sind, hat die TN sehr bewegt und entsprechend ins Diskutieren gebracht. Ebenfalls kritisch nachgefragt wurde, warum Ost/West in der Wissenschaft immer noch als Analysekategorie genutzt wird.

Nach dem Abendessen gab es eine weitere Einheit mit David Aderholz, in der er im Rahmen seines Dissertationsprojektes von einer Untersuchung von politisch rechten Betriebsräten in einem großen Automobilunternehmen berichtete. Insbesondere interessierten sich die TN für die Fragen, wie sich der Einfluss der rechten Betriebsräte im Arbeitsalltag zeigt, wie die Belegschaft darauf reagiert und welche Möglichkeiten es gibt, die politisch rechten Betriebsräte mit ihren leeren Versprechungen zu überführen.

Der Sonntag begann mit dem Gottesdienst. Hr. Auffenberg hat im Rahmen der Messe das Thema der Tagung explizit aufgenommen und am Beispiel von Bonhoeffer an die immer beständige Möglichkeit der individuellen Gegenwehr mit Blick auf die erstarkenden autoritären Dynamiken in Deutschland, aber auch weltweit, hingewiesen. Den Abschluss der Tagung bildete eine Trainingseinheit aus dem „Veto-Prinzip“. Anna Maria Weber, Trainerin und Geschäftsführerin von ACT e.V. stellte zunächst die Geschichte von Veto sowie die damit verbundenen Ziele kurz vor. Es geht insbesondere um die Förderung der ICH-Stärke und um Sensibilisierung für ungleiche Machtverhältnisse (Es geht darum vom „Land des inneren Gehorsams“ in das „Land der inneren Freiheit“ zu gelangen). Auf spielerische Art und Weise wurde den TN das Veto-Prinzip nähergebracht. Entsprechend hatten die TN die Möglichkeit, sich und ihre Grenzen auszutesten. Diese Einheit verursachte anfangs einige Irritationen, wurde letztlich von den TN aber als sehr gewinnbringend bewertet. Unabhängig davon war diese Einheit allein deshalb wichtig, weil sie Mut machte, dass es trotz der derzeitigen gesellschaftspolitischen Entwicklungen in Deutschland genügend Spielraum gibt, sich für die Demokratie stark zu machen!

Siehe auch den Beitrag von Anna Maria Weber: https://mailchi.mp/5bd9a1f088c3/act-newsletter-einladung-zu-den-auffhrungen-6216871?e=c1622893d5

 

Im Zentrum der Fortbildung stand die Frage: Welche Erzählmöglichkeiten gibt es, die Kinder fesseln und in die Geschichte hineinnehmen? Viele pädagogische Fachkräfte nahmen teil und erhielten wertvolle Tipps für die Praxis in der Kita, im Zusammensein mit Kindern und mit Familien.

Die Teilnehmerinnen erlernten das Erschließen und kindgerechte Umsetzen von Geschichten. Dabei diente ihnen der POZEKI-Schlüssel als wertvolle Hilfe.

Sie übten den Einsatz der Stimme und lernten vielerlei kreative Methoden kennen: erzählen im Sand • mit Gegenständen • mit Klängen • mit Bewegungen • auf dem Rücken • mit Handpuppen • auf den Beinen • mit Bildern • zum Mitmachen usw.

Dabei wechselte die Referentin Christiane Zimmermann-Fröb, Velbert zwischen theoretischem Input und praktischen Erzählbeispielen ab. Sie ist Pastorin und Referentin beim Förderverein Kirche mit Kindern im Rheinland, außerdem Fortbildnerin für Godly Play – Gott im Spiel.

Anschließend waren das eigene Ausprobieren und Erzählen an der Reihe. Alle Teilnehmerinnen erarbeiteten, wahlweise allein oder zu zweit, eine biblische Geschichte mit einer der Methoden. Dabei orientierte sich die Geschichten-Auswahl am Lauf des Jahreskreises: Jesus wird erwachsen • Passion • Ostern • Himmelfahrt • Pfingsten.

Dann erzählten und ergründeten alle ihre Geschichten in der Gruppe und erhielten jeweils konstruktive Rückmeldungen. Gemeinsam wurde überlegt, ob und wie die Erzählformen mit Kindern verwendet werden können. Dabei kamen Möglichkeiten der praktischen Umsetzung in den Blick, unter Berücksichtigung etwa des Alters der Kinder oder der Zahl der Zuhörer*innen. Raum für Fragen und Austausch wurde eröffnet.

Mit viel Handwerkszeug, jeder Menge neuen Ideen und der Ermutigung, selbst das freie Erzählen zu wagen, fuhren die Teilnehmerinnen heim.

 

 

Senioren-Union tagt zum Thema „Gott und die Welt“ auf der HEGGE

In Kooperation mit der Senioren-Union im Kreis Höxter fand kürzlich das schon traditionelle zweitägige Seminar mit dem Titel „Gott und die Welt“ im Christlichen Bildungswerk Die HEGGE in Willebadessen-Niesen statt.

Der Vorsitzende der Senioren-Union im Kreis Höxter und ehemalige Landtagsabgeordnete Hubertus Fehring freute sich, 26 Teilnehmende zu begrüßen.

Zunächst referierte Dorothee Mann, pädagogische Leiterin der HEGGE und Oberin der HEGGE-Kommunität, zum Thema „Der Auftrag zur christlichen und gesellschaftspolitischen Bildung“. Dabei gewährte sie Einblicke in die Anfänge der Gemeinschaft sowie in die Beweggründe für die Bildungsarbeit. Die religiöse Bildung, der interreligiöse Dialog und die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Themen sind Aufgaben, die in den fast 80 Jahren des Wirkens auf der HEGGE immer wieder neu mit Seminaren und Tagungen gefüllt wurden.

Am Nachmittag war Nikolas Osburg, Leiter des Gemeindeforstamtes Willebadessen zu Gast. Er ist inzwischen für rund 13.000 ha Wald zuständig, der insgesamt 34 Waldbesitzern in den Kreisen Paderborn und Höxter (Kommunen, Kirchengemeinden etc.) gehört. Osburg zeigte die Klimaleistungen des Waldes auf (Wasserfilterung, CO2-Bindung, Feinstaubfilterung, Sauerstoffbildung). Er stellte die Frage, ob es verantwortlich ist, den großen Kalamitätsflächen (Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer) nur durch Naturverjüngung beizukommen. Die Entwicklung klimastabiler und multifunktionaler Wälder müsse das erste Ziel sein, und dazu braucht es menschliche Unterstützung (Aufforstung mit unterschiedlichen Baumarten und adäquate Eindämmung vom Wildverbiss). Dabei komme dem Nadelholz eine große Bedeutung zu, denn eine Fichte bindet durch den schnelleren Zuwachs rund 3-4 mal so viel Kohlendioxid wie z.B. eine Eiche. Insgesamt 30 verschiedene Baumarten und rund 1,5 Millionen Bäume wurden auf den Schadflächen im Bereich der Egge gepflanzt und somit rund 90 % wieder aufgeforstet.

Den zweiten Nachmittagsvortrag hielt Verena Mertens. Die Paderbornerin steht auf Platz 4 der NRW-Liste der CDU zur Europawahl. Als Fachfrau für Sicherheit begann sie mit der Beschreibung einer Bankautomatensprengung durch niederländisch-marokkanische Banden und der Notwendigkeit, solche Kriminalität europäische zu bekämpfen. Fast jede Art von Kriminalität hat einen grenzüberschreitenden Bezug, sei es Drogenhandel, Menschenhandel oder Diebstahlsdelikte. Nach ihrer Vorstellung müsse es ein Netz von „Eurocops“ geben, Polizeibeamte in den verschiedenen Ländern, die sich gegenseitig kennen und schnell gemeinsames Handeln ermöglichen.

Auch die äußere Sicherheit bedürfe einer Stärkung. Die Verteidigungsfähigkeit Europas müsse dringend ausgebaut werden. Die Teilnehmenden hatten viele Fragen und Anregungen von Landwirtschaftspolitik über Bürokratieabbau bis zu Cyberkriminalität. Mertens ermunterte alle, immer wieder über die Errungenschaften der EU zu sprechen und nicht nur über Defizite.

Der zweite Tag, der Aschermittwoch, wurde mit einer Messe mit Austeilung des Aschenkreuzes begonnen. Anschließend sprach Hubert Gockeln zum Thema „Kommunale Selbstverwaltung in Gefahr!“ Er wies auf die vielen Pflichtaufgaben der Kommunen hin und die drohende Haushaltssicherung vieler Gemeinden. Denn immer mehr werde von den Kommunen erwartet, ohne sie mit den nötigen Finanzen auszustatten.

Das Fazit der Teilnehmenden: Im nächsten Jahr kommen wir wieder auf die Hegge und diskutieren über „Gott und die Welt“.

Unsere Oasenzeit 2024 unter dem Leitwort: „Verzicht nimmt nicht, Verzicht gibt…“

„Ich fühle mich rundum erneuert und erfrischt…, als hätte ich bei mir die Reset-Taste gefunden und gedrückt, einen Neustart erlebt…“, so lautete nur eine Stimme beim Schlussgespräch unseres diesjährigen Fastenkurses, der Oasenzeit der HEGGE 2024.

Viel Erstaunen über außergewöhnlich gute Erfahrungen mit dem 12-tägigen Fasten wurde hier zum Ausdruck gebracht, Dankbarkeit für das Geschenk einer harmonischen, ernsthaften und zugleich sehr fröhlichen  Gemeinschaft und die Erfahrung einer ungewöhnlichen Auszeit: 12 Tage ohne feste Nahrung, jedoch das Angebot vielfältiger geistiger Nahrung, viel Bewegung und ärztliche Begleitung, eingebettet in den klösterlichen Rhythmus des „ora et labora“.

Der gemeinsame Tag begann in der Frühe um 7.00 Uhr mit einer wohltuenden Morgengymnastik, angeleitet von Dorothea Specht, gefolgt von einem umfangreichen Teeangebot als Morgentrunk, Salzen oder Säften zum Abführen, bei Bedarf Kaffee. Danach war täglich Verfügungszeit zum Wandern, zum Arztbesuch bei Dr. Gerda Bär oder Dr. Beatrix Oehm oder Ruhezeit; wer mochte, konnte sich ab 11.00 Uhr in einem der Vortragsräume einfinden zum täglichen, sehr vielfältigen, aktuellen und substantiellen Programmangebot.

Was fand man in diesem Jahr auf dem Programm? Spirituell-existentielle Themen wie „Was wir gewinnen, wenn wir älter werden“ oder „Trösten und getröstet werden“ bot Msgr. Ulli Auffenberg an; Dr. Anna Ulrich gab eine theologische Hinführung zum Buch Tobit; an einem anderen Tag stellte sie Geschwister in der Bibel vor. Politische Themen waren in diesem Jahr „Europa – eine Idee, die uns wenig nimmt, aber viel gibt“, vertreten von Dagmar Feldmann, „Antijüdische Stereotype und Ressentiments in christlich geprägter Öffentlichkeit“ hatte Damian Lazarek entdeckt und erarbeitet, „Autoritäre Dynamiken in unsicheren Zeiten“ entlarvt Dr. Sandra Legge und stellte sie zur Diskussion. Im Bereich Literatur, Kunst und Geschichte gab es eine Einheit von Matthias Cramer zur Epoche der „Romantik“ sowie eine Bücherschau zu Neuerscheinungen des Jahres 2023 durch Heike Flegel. Dr. Gerda Bär brachte einen Reisebericht der Libanon-Reise mit, die sie im Herbst mit der HEGGE-Gruppe erlebt hatte. Neben diesen freien Angeboten gab es die medizinischen Vorträge durch Dr. Gerda Bär und Dr. Beatrix Oehm. Sie sind für Fasterinnen und Faster wichtig, um zu verstehen, was sich bei ihnen im Körper durch das Fasten tut, was sich verändert, was das Fasten auslöst, nicht zuletzt, auf welche Regeln beim Fasten geachtet werden muss, damit es wirklich gut tut. Entscheidend ist nach 10 Tagen Vollfasten das richtige Fastenbrechen, die geordnete, bestimmten Regeln folgende Nahrungszufuhr, denn „Fasten kann jeder Narr, Fasten brechen nur ein Weiser“ (B. Shaw).

Die Fastentage auf der HEGGE waren geprägt von einer festen, wohltuenden Tagesstruktur, mit Morgen- und Abendgebet, mit regelmäßigen Treffen zum Morgentrunk, Mittagstrunk, Nachmittagstrunk, Abendtrunk. Dazwischen Zeiten zum Ruhen und zum Wandern, zum Gespräch und zum Schweigen. Am Abend das Angebot von meditativem Tanz durch Dorothea Specht.

Und wie gut nach 10 Tagen Vollfasten der erste Bratapfel schmeckt, das erste Stück selbstgebackene Vollkornbrot, die ersten gedünsteten Möhren und die Kartoffel – all das kann nur der und nur die ermessen, die dabei war!

Die letzten 2 Tage der Oasenzeit waren Aufbautage, in denen richtige, gesunde Ernährung, genossen, eingeübt und das Leben in allen seinen Dimensionen ausgekostet und gefeiert wurden.

 

Zehn Teilnehmerinnen und zwei Teilnehmer absolvieren aktuell die Große Basisqualifizierung Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche.

In der dritten Blockwoche ging es inhaltlich um die Themen Träume allgemein und in der Trauerarbeit, Albträume (speziell bei Kindern), Krisenintervention z.B. an Schulen, prophylaktische Angebote für Schulen (Hospiz macht Schule sowie Palliativ & Schule), Gewaltfreie Kommunikation, Trauma, anhaltende Trauerstörung, Familien/Helfersystem, u.a. durch Aufstellen eines Genogramms, Übertragung und Gegenübertragung und Selbstfürsorge sowie um  Abgrenzung von Beratung und Therapie.

Die Teilnehmenden überlegten gemeinsam, wie man bei einem Schulbusunfall mit schwer verletzten und toten Kindern hilfreich unterstützen kann. Dabei gibt es vieles zu bedenken und nicht jede/r ist dafür geeignet. Auch gilt es, sehr genau Rollen und Verantwortlichkeiten abzuklären.

In Einzelarbeiten ging es um die Auseinandersetzung mit der eigenen Kommunikationsweise. Beim Aufstellen eines Genogramms wird die mögliche Unterstützungsstruktur in einer Familie deutlich und auf welche Menschen man zugehen könnte, die dem/der Trauernden helfen können.

Die sehr vielfältigen teilnehmerorientierten Methoden und Erfahrungen der Referentinnen sind ein großer Gewinn.

Am Dienstag, 21. November hatte das Christliche Bildungswerk Die HEGGE zu einem FrauenAbend eingeladen. In kühler und trüber Zeit konnte miteinander »Wärme« aufgespürt und der November neu entdeckt werden. Der Einladung zum »FrauenOrt HEGGE« folgten gut 60 Frauen. Gemeinsam gönnten sie sich eine wohltuende Auszeit und erlebten „einen Ort, der mir guttut“. Vielerlei Stationen voll Wärme und Licht waren vorbereitet… mit FrauenThemen, Gesprächsrunden und Angeboten zum kreativ-sein, mit musikalischen Klängen, Herzenswärme und Segensworten. Draußen erwartete ein Lichtweg die Teilnehmerinnen. Die Hegge-Küche hielt hausgemachte Leckereien bereit. Und quer durch die Räume des Hauses hatte Dr. Anne Kirsch mit kfd-Verantwortlichen umliegender Pastoralverbünde und Ehrenamtlichen vielfältige Angebote geschaffen:

Sammeln, was gut tut  I  Kreativ – mit der Maus Frederick

Herzens-Post  I  Warme Worte für dich

Wo man singt und lacht  I  Klang und Gesang

Ort des Gedenkens  I  Ich zünde ein Licht an für…

Schokolade macht glücklich  I  Heißer Punsch wärmt

Ein Begleiter für alle Tage  I  Handschmeichler herstellen

Einen Lichtweg gehen  I  Ein Wärmeschenker sein

Vorlese-Zeit  I  Mit einer Geschichte beschenkt

„Ich bin da“  I  Gottes Zusage an uns

Gemeinsam essen  I  Ein Buffet mit Leckereien

An diesem Abend war Gelegenheit, dem November (neu) eine Chance zu geben und mit viel Herzenswärme im Gepäck weiterzugehen. Dies wurde in guter FrauenRunde rege genutzt. Der Wunsch „Segen sei mit dir, der Segen strahlenden Lichtes – Licht um dich her und innen in deinem Herzen“ begleitete die Frauen heim.

 

 

Das diesjährige Studienseminar führte uns in den Libanon. Wir haben ein faszinierendes Land mit atemberaubenden Landschaften, epochalen Kulturerrungenschaften und zahlreichen biblischen Bezügen kennengelernt. In vielen Gesprächen mit Menschen vor Ort ließen wir uns von den aktuellen Herausforderungen erzählen: die Finanzkrise, den teilweisen Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung, die Lage der so vielen Flüchtlinge im Land und das Zusammenwirken von Religionen.

Eine detaillierte Zusammenfassung der Studienreise erfolgt in Kürze.