Bevor alles verschwindet, leuchtet alles noch einmal auf. Das lässt sich auch von der modernen Kunst der Nachkriegsjahrzehnte bis in die 1970er Jahre behaupten, die immer älter wird und für die heute tätige Generation längst „historisch“ ist. Damit verbindet sich bei neuer Betrachtung ein paradoxer Effekt: vieles erscheint ungewöhnlich, unbekannt, manches ganz neu. Anderes ist in seinem Beharrungsvermögen so starr, dass die vermeintlich zeitlose Moderne heute einen ähnlichen Charakter annimmt wie Nazarenerkunst und Historismus, die sich zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts auch überlebt hatten und dennoch fortexistierten. Die Exkursion führt zu unbekannten Werken der Glasmalerei, der Wandmalerei und Bildhauerei im ostwestfälischen Raum, in denen sich diese monumentale Moderne manifestiert. Wir laden ein zum gemeinsamen Besuch und zum Gespräch über raumgebundene Kunst. Besucht werden Werke der Glasmalerei, Skulptur und Raumgestaltung der 1960er und 1970er Jahre, die durch ihre schiere Größe und farbliche Intensität einen außergewöhnlich intensiven und suggestiven Bezug zum Betrachter aufbauen. Zu sehen und hinsichtlich ihrer Gegenwartsrelevanz zu diskutieren sind frappierende und weitgehend unbekannte Arbeiten von Georg Meistermann, Joachim Klos, Herbert Otto Hajek und anderen.
Gesprächsleiter
Dr. Holger Brülls, Halle (Saale),
Jg. 1962, Kunsthistoriker, Denkmalpfleger und Kurator von Ausstellungen zeitgenössischer Glasmalerei.
Gesprächspartnerin und Gesprächspartner
PD Dr. phil. habil. Zhuofei Wang, Kassel
Zhuofei Wang ist eine international renommierte Kunstwissenschaftlerin und Kuratorin, deren Arbeit sich an der Schnittstelle von ästhetischer Theorie und künstlerischer Praxis bewegt.
Dr. Guido Schlimbach, Köln (angefragt)
Jg. 1966, katholischer Theologe, Publizist und Kunstvermittler, künstlerischer Leiter der Kunst-Station Sankt Peter Köln, Referent am Museum Kolumba, Dozent für Liturgik am Institut für Kirchenmusik der Robert Schumann Musikhochschule in Düsseldorf.
Auszug aus dem Seminarprogramm:


