Das Spannungsverhältnis zwischen der Religionsfreiheit des Einzelnen und der weltanschaulichen Neutralität des Staates
Bei unserer interdisziplinären Tagung wollen wir zentrale Fragen zur Rolle der Religionen im modernen Staat diskutieren. Expertinnen und Experten aus Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und Theologie werden Formen religiöser Präsenz im öffentlichen Raum, verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen, Religionsfreiheit versus staatliche Neutralität sowie gesellschaftliche Folgen religiöser Politik beleuchten. Im Fokus unserer Tagung stehen u.a. die Spannungsfelder zwischen religiöser Symbolik und einem säkularen Staat, der Umgang mit Religion im Bildungswesen und in öffentlichen Institutionen, u.a.m..
Auch die Frage, ob und in welcher Weise sich die Kirchen zu politischen Fragen verhalten sollen, ist umstritten. Handelt es sich um öffentliche Verlautbarungen, die vom grundgesetzlich garantierten Recht der Religionsfreiheit geschützt sind? Oder um grenzüberschreitende Einmischungen der Kirchen in politische Angelegenheiten, aus denen sie sich tunlichst heraushalten sollten?
Über diese Fragen hinaus wird es bei unserer Tagung ausreichend Raum geben für Fragen, Erfahrungsaustausch, vertiefende Gespräche und die gemeinsame Suche nach Handlungsoptionen.
Unsere Referentin und unsere Referenten:
Evelyn Bokler, Bonn
Priv. Doz. Dr., lehrt seit 2018 Politikwissenschaft an der Universität Bonn und forscht im Bereich der vergleichenden Extremismusforschung mit dem Schwerpunkt Islamismus, sowohl in der MENA-Region als auch in Deutschland. Darüber hinaus befasst sie sich grundsätzlich mit dem Verhältnis von Religion und Politik, vor allem vor dem Hintergrund der totalitären Entgleisungen des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Ferner ist sie publizistisch tätig, u.a. als Mitherausgeberin der Zeitschrift “Weiterdenken”.
Martin Hein, Prof. Dr., Bischof em., Kassel
Jg. 1954, Promotion in Erlangen 1982, Habilitation in Kassel 2000. Von 2000 bis 2019 Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. 2012 bis 2016 Mitglied im Deutschen Ethikrat.
Seit 2020 Leiter des Klimaschutzrates der Stadt Kassel. 2021 Auszeichnung mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen für seine Verdienste als „Brückenbauer zwischen Kirche und Staat“.
Gerhard Robbers, Prof. Dr., Trier
ist emeritierter Professor für öffentliches Recht an der Universität Trier. Er war Richter am Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz, Minister der Justiz und für Verbraucherschutz in Rheinland-Pfalz, Kirchentagspräsident 2013 und Mitglied der Kommission für Religionsfreiheit der OSZE.
Auszug aus dem Tagungsprogramm:
| Freitag, 06. November 2026 | |
| 18.30 Uhr | Beginn mit Abendessen |
| Begrüßung und Einführung durch Philistersenior Norbert Kalker, Münster, und Dorothee Mann, Die HEGGE |
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| Einführung in das Tagungsthema (Dorothee Mann) |
| Samstag, 07. November 2026 | |
| Morgengebet – Frühstück | |
Prof. Dr. Gerhard Robbers, Trier:WIEVIEL, WOFÜR UND WOHL AUCH WAS FÜR WELCHE? |
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| Mittagessen – Kaffee | |
Priv.-Doz. Dr. phil. habil. Eveyln Bokler, Bonn:ZWISCHEN ÖFFENTLICHEM RAUM UND PRIVATER SPHÄRE |
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| Abendessen | |
| Gesprächsrunde |
| Sonntag, 08. November 2026 | |
| Morgengebet – Frühstück | |
Prof. Dr. Martin Hein, Bischof em., Kassel:RELIGION UND POLITIK: |
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| Mittagessen | |
| Schlussgespräch |
Tagungsleitung: Dorothee Mann, Die HEGGE
Der Teilnehmerbeitrag von € 260,00 enthält die Seminargebühr, einschließlich Unterkunft und Verpflegung mit hochwertigen, auch regionalen Produkten. Nicht in Anspruch genommene Teilleistungen können nicht erstattet werden.
Teilnehmerbeitrag für Studierende in Erstausbildung: € 180,00
Anmeldeformular
Thema: Wieviel Religion verträgt, wieviel Religion braucht unser Staat?Datum: 06.11.2026 18:30 - 08.11.2026 15:30
Kosten: € 260,00, Studierende in Erstausbildung € 180,00