Veranstaltung war am: 16.03.2026 15:00 - 19.03.2026 14:00


Sterbende achtsam begleiten

Nach einer längeren Kennenlern- und Austauschrunde stand am Abend das Thema „Lassen wir uns berühren“ im Mittelpunkt. Zunächst wurden Stichwörter zusammengetragen, die sowohl positive als auch negative Erfahrungen verdeutlichten. Die Coronazeit hat hier deutlich zu Veränderungen geführt.

Am zweiten Tag führte Judith Kohlstruck vom Uniklinikum Essen in das Thema „Interkulturalität im Umgang mit dem Thema Sterben und Tod“ ein. Von den vier Koordinatorinnen des Klinikums ist eine Muslima. Es gibt Ehrenamtliche aus verschiedenen Kulturen, die insgesamt 11 Sprachen vertreten. Mit einem Kulturbingo stellten die Teilnehmenden fest, dass sie viele weiße Flecken im Bereich Interkulturalität haben. Dabei nimmt die Zahl an Menschen mit Zuwanderungsgeschichte deutlich zu. In Fallbeispielen wurden Situationen aus der Sterbebegleitung diskutiert und nach sinnvollen Lösungen gesucht. Der Film „Trauer in der Fremde“ zeigte eindrücklich, wie schwer es ist, wenn man in einer anderen Kultur Trauer zu bewältigen hat. Maria Stijohann stellte am Abend die Feldenkrais-Methode mit praktischen Übungen vor.

Am dritten Tag erläuterte sie, was es mit Marte Meo von Maria Aarts auf sich hat. Übersetzt heißt Marte Meo „aus eigener Kraft“. Ursprünglich wurde Marte Meo für Eltern entwickelt, ist aber inzwischen auch im Bereich Pflege und Hospizbegleitung angekommen. Dabei werden Alltagssituationen gefilmt und dahingehende untersucht, worauf ein gelingendes Miteinander basiert. Wichtig sind ein Lächeln und die bewusste Wahrnehmung von schönen Momenten. Mit Filmsequenzen aus dem Pflegebereich wurde deutlich, was schon kleine Veränderungen bewirken können.

Pfarrerin Kathrin Jahns, ehemalige Klinikseelsorgerin sprach zum Thema Spirtual Care. Denn es bedarf nicht nur der Pflege des Körpers sondern auch der Seele. Sie ermunterte die Teilnehmenden neugierig im positiven Sinne des Wortes zu sein, die Sterbenden viel zu fragen und auf Hinweise zu achten, wenn es um Sinnfragen geht. Gerade am Ende des Lebens stellen sich Menschen die Frage, wie sie ihr Leben gelebt haben und warum bestimmte Dinge passiert sind.

Fazit der Teilnehmenden: Wir haben viel gelernt, sowohl durch die Referentinnen als auch in den Gesprächen untereinander. Wir gehen gestärkt zurück in unsere ehrenamtliche Arbeit.