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DER KORAN – ZEITGEMÄSS GELESEN

Vom 28. Februar bis 1. März 2020 trafen sich am interreligiösen Dialog interessierte Gäste zu einem Seminar mit dem Thema

DER KORAN – ZEITGEMÄSS GELESEN
NEUE IMPULSE UND ENTWICKLUNGEN IN DER ISLAMISCHEN AUSLEGUNGSTRADITION

Mit seinem Anspruch als direkte Wortoffenbarung Gottes hat der Koran eine sehr hohe Bedeutung für den Islam und für muslimisches Alltagsleben. Doch was bedeutet dieser Anspruch konkret? Kann ein Buch, das vor Jahrhunderten in einer fernen Gegend entstanden ist und in einer fremden Sprache niedergeschrieben wurde, Richtschnur und Maßstab für die Lebensgestaltung der Gegenwart sein? Sind seine Formulierungen vom Kontext seiner Entstehung abhängig? Können seine Inhalte im Hinblick auf Fragen und Anliegen von heute neu formuliert werden? Ist seine Auslegung in die jeweilige Sprache und in den gesellschaftlich-politischen Kontext nicht schon immer einer Aktualisierung bedürftig?

In diesem Seminar wollten wir durch die Betrachtung der Koranauslegung in Vergangenheit und Gegenwart einen fundierten Zugang zum angemessenen Umgang mit dem heiligen Buch des Islams in unserer Gesellschaft gewinnen und praktisch einüben. Im Gespräch mit ausgewiesenen Experten wurden gegenwärtige Fragen wie historisch-kritische, feministische oder geschlechtergerechte Lesart des Korans angesprochen und seine Verankerung in religiösen Traditionen des Judentums sowie des Christentums erörtert.

UNSERE REFERENTEN:

DR. DINA EL OMARI
ist Post-Doktorandin am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster, wo sie ein eigenständiges Forschungsprojekt mit dem Titel „Die Ambiguität der islamisch-emanzipatorischen Diskurse in Geschichte und Gegenwart“ leitet. Bis Oktober 2019 leitete sie am Zentrum für Islamische Theologie den Arbeitsbereich „Koran und Koranexegese“ sowie die Nachwuchsgruppe „Theologie der Barmherzigkeit“. Sie habilitiert derzeit mit dem Schwerpunkt einer historisch-literaturwissenschaftlichen Korankommentierung im Bereich feministischer Koranexegese.

DIRK HARTWIG
studierte Judaistik, Arabistik und Iranistik in Berlin, Jerusalem, Kairo und New York. Seit dem WS 2016 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Islamische Theologie der Universität Münster und am Langzeitvorhaben „Corpus Coranicum“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften; zudem unterrichtet er regelmäßig an Studiengängen in Dundee (Schottland) und in Leipzig. Seine Forschungsschwerpunkte sind Koranforschung sowie Koranexegese, Rabbinische Literatur, Klassisch-islamische Literatur und Wissenschaftsgeschichte.

PROF. DR. ÖMER ÖZSOY
promovierte an der Universität von Ankara, wo er als Dozent und 2004 als Professor tätig war. Er gehört zur so genannten „Schule von Ankara“, einer bedeutenden reformislamischen Strömung. Im Jahr 2012 übernahm er den Lehrstuhl für Koranexegese an der Universität Frankfurt/Main. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören neben der historisch-kritischen Koranauslegung auch zeitgenössisches muslimisches Denken sowie Islamforschung im deutschen Kontext.

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Begrüßung der Teilnehmer durch Dipl. theol. Damian Lazarek - Die Hegge

Prof. Dr. Ömer Özsoy bei seinem Vortrag

Interreligiöse Gespräche

Prof. Özsoy und Damian Lazarek bei der Diskussion

Vorstellung des nächsten Referenten durch D. Lazarek

Referent aus Berlin: Dirk Hartwig

Zwischen den Vorträgen lädt der Kaffeetisch ein

Intensive Gespräche auch in den Pausen

Interreligiöse Gespräche

Angeregtes Diskutieren

Warten auf den nächsten Vortrag

Interessiertes Zuhören

Auch in der christlichen Bibel kommt es auf die Übersetzung an

Erläuterungen zu den Übersetzungen im Koran von Dirk Hartwig

Dr. Dina El Omari liest den Koran aus feministischer Sicht

Dr. El Omari und D. Lazarek: Gemeinsames Suchen in den Heiligen Büchern

Der Büchertisch findet reges Interesse

Interessierte Zuhörer

Interessierte Zuhörer

AUSZUG AUS DEM TAGUNGSPROGRAMM:

Freitag, 28. Februar  2020

15.30 Uhr        Beginn mit Kaffee und Kuchen

Begrüßung und Einführung durch Damian Lazarek, Die Hegge

Prof. Dr. Ömer Özsoy, Frankfurt:
Genese des Korans zwischen Wort und Schrift

Prof. Dr. Ömer Özsoy:
Muslimische Koranauslegung in Geschichte und Gegenwart

Samstag, 29. Februar 2020

Dirk Hartwig, Berlin:
Klassisch-islamische Perspektiven auf biblisches Wissen im Koran

Dr. Dina El Omari, Münster:
Facetten der feministischen Koranexegese

Dirk Hartwig:
Historisch-kritische Forschung: Intertextuelle Lektüren

Sonntag, 1. März 2020

Dr. Dina El Omari:
Den Koran geschlechtergerecht lesen am Beispiel ausgewählter Verse

TAGUNGSLEITUNG / ANSPRECHPARTNER: Damian Lazarek, Die Hegge