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1914 – 2014: WIE KAM ES ZUM AUSBRUCH DES ERSTEN WELTKRIEGS?

Wir laden für den 7. bis 9. Februar 2014 freundlich ein zu einer Tagung unter der Fragestellung: WIE KAM ES ZUM AUSBRUCH DES ERSTEN WELTKRIEGS?

Der Kriegsbeginn im August 1914 war in hohem Maße emotional aufgeladen und riss weite Teile der deutschen Bevölkerung mit. Wie kann man den Begeisterungssturm der jungen Männer erklären, die 1914 in die Schlacht zogen? Darunter waren ja auch solche, die zuvor eher besonnen, zurückhaltend bis pazifistisch eingestellt waren.
Was sind die Gründe für den vielbeschworenen „Geist von 1914“, den nationalen Enthusiasmus, der in jenen Krieg führte, der als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts gilt?
Diesen und weiteren Fragen wollen wir aus Sicht eines Historikers, einer Kriegs- und Friedensforscherin und eines Kirchenhistorikers nachgehen.

Der Historiker wird v.a. nach der politischen Gemengelage fragen: Welche (un)beabsichtigten oder (un)vorhersehbaren, vielleicht unvermeidlichen Reaktionen lösten die Kette von Entscheidungen aus, die zum Ausbruch des Kriegs führten?

Eine andere Sicht auf das Geschehen wird von der Psychologin eröffnet: Wie kam es zu der hohen Emotionalität und Euphorie unter den Gelehrten und in der Bevölkerung? Warum zog die Jugend ohne Bedenken begeistert in den Krieg? Woher kam diese Sinnstiftungsdynamik?

Als Christen bewegt uns nicht zuletzt die Frage: Wie standen die Kirchen zum Problem von Krieg und Frieden? Einen Blick auf Reaktionen und Bemühungen innerhalb der katholischen Kirche wird der Kirchenhistoriker werfen.

Unsere Referenten:
Prof. Dr. Gerhard Hirschfeld, Stuttgart, ist seit 1997 Professor am Historischen Institut für Neuere Geschichte der Universität Stuttgart.
Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählt die Sozial- und Kulturgeschichte des Ersten Weltkriegs. Er ist Mitherausgeber der „Enzyklopädie Erster Weltkrieg“ (Neuauflage 2014) sowie Autor von “Deutschland im Ersten Weltkrieg” (2013).

Dr. Marianne Müller-Brettel studierte Psychologie und arbeitete von 1972 bis 2003 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Kriegs- und Friedensforschung. In ihrem neuesten Buch „Mein Freund zieht in den Krieg“ hat sie die Ergebnisse ihrer friedenspsychologischen Forschungen in unterhaltsamer Form einem breiteren Publikum zugänglich gemacht.

Prof. Dr. Dominik Burkard, Würzburg, ist Inhaber des Lehrstuhls für Kirchengeschichte des
Mittelalters und der Neuzeit an der Universität Würzburg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen u.a. das Verhältnis von Kirche und Staat sowie der Katholizismus des 19. und 20. Jahrhunderts.

Auszug aus dem Tagungsprogramm:

Freitag, 7.2.2014

15.00 h: Tagungsbeginn
Begrüßung und Einführung durch Damian Lazarek, Die Hegge,

anschl. Filmvorführung „IM WESTEN NICHTS NEUES“ (USA 1930, Regie: Lewis Milestone)
FILMGESPRÄCH
Leitung: Damian Lazarek

Samstag, 8.2.2014

Prof. Dr. Gerhard Hirschfeld , Stuttgart:
JULIKRISE 1914: VORGESCHICHTE UND
AUSBRUCH DES ERSTEN WELTKRIEGS

Dr. Marianne Müller-Brettel, Berlin:
KRIEGSBEGEISTERUNG 1914
– Massenpsychose oder Ergebnis gesellschaftlicher Umwälzungen?

Prof. Dr. Dominik Burkard, Würzburg:
DIE FRIEDENSINITIATIVEN BENEDIKTS XV.

Sonntag, 9.2.2014

Prof. Dr. Dominik Burkard:
DIE KATHOLIKEN UND DER KRIEG
Legitimationen, Argumente, Rechtfertigungen der Katholiken für den Krieg

Schlussgespräch und Tagungsreflexion           Leitung: Damian LazarekIMG_2450k